Katarina Pollner

katarina2-ruthfrobeen-edVor vielen Jahren habe ich Energy Dance als Sportart für mich entdeckt. 2013/2014 absolvierte ich eine Ausbildung zur Energy-Dance-Trainerin, seitdem gebe ich selbst Kurse. Eine ganz gewöhnliche Geschichte.

Aber sie kann nicht mit rechten Dingen zugehen.

Denn ich bin eigentlich unsportlich. Zumindest habe ich das lange Zeit geglaubt. Als Kind liebte ich es, mich ganz schnell um meine eigene Achse zu drehen und zu tanzen. Ich liebte meinen Körper, mit dem ich das alles erleben konnte. Dann folgte der Sportunterricht. Ich wurde schnell zu den Schlechten in Kröpfchen gepackt, weil ich unsicher war und vieles nicht auf Anhieb konnte. Ein paar Jahre später war ich überzeugt, dass ich niemals beim Sport oder gar beim Tanzen auf einen grünen Zweig kommen würde. Ich lernte, mich für meinen Körper zu schämen: nicht dünn genug, nicht schnell genug, nicht beweglich genug, nicht geschickt genug.

Ich überlebte den Sportunterricht, aber was ich dort gelernt hatte, konnte ich nicht vergessen. Ich probierte verschiedene Sportangebote aus, weil ich mich bewegen wollte. Doch sobald mich das Ambiente oder eine zackige Trainerin an den Sportunterricht erinnerte, geriet ich in Panik. Ich erstarrte, stolperte über meine Füße, verstand kein Wort mehr. Ich schämte mich. Ich kam nicht wieder.

Heimlich tanzte ich immer ausgiebig und im Flow: in meinem Zimmer, wenn ich alleine war, oder mit geschlossenen Augen, so dass ich nicht sehen konnte, wer mich beobachtete.

Dann entdeckte ich Energy Dance®. Ich wagte mich dafür sogar in eine Schulsporthalle. Sobald die Musik begann, spürte ich: Das war ein Weg, den ich gehen konnte. Es gab keine Choreografie, die ich lernen musste. Ich konnte nichts falsch machen. Ich folgte dem Bewegungsfluss der Trainerin und dosierte die Intensität der Bewegungen so, wie es für mich und meinen Körper im Moment richtig war. Mein Gefühl sagte mir, was für mich passte. Niemand korrigierte mich vor den anderen, ich musste mich nicht vergleichen, ich durfte mich in meinem Tempo entwickeln. Da wir uns spiegelbildlich zur Trainerin bewegten, musste ich nicht einmal wissen, wo rechts und links ist. Wurden mir die Worte zu viel, konnte ich sie vorbeiziehen lassen und mich aufs Hinschauen beschränken. Ich brauchte Raum, hier wurde dieser Raum geboten.

Sport kann Vergnügen sein, Spiel und Leichtigkeit. Wer hätte das gedacht. Ich strenge mich beim Energy Dance an, ich gehe manchmal an meine Grenzen, aber ich muss mich nie dazu zwingen.

Als Trainerin ist es mir ein besonderes Anliegen, in anderen Menschen die Bewegungslust (wieder) zu wecken. Ich möchte mit Energy Dance Lebensfreude schenken. Jeder Mensch kann beim Tanzen Vergnügen empfinden und das Potenzial seines Körpers entdecken. Jeder Mensch kann und darf nach Herzenslust tanzen – davon bin ich überzeugt.

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